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Die erste Regel für praktische Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit ist kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Lernprozess. Klick um zu Tweeten

 

Diese Woche in der Zukunft: 

Ohne Nachhaltigkeit wird es in zehn Jahren keinen nennenswerten wirtschaftlichen Erfolg mehr geben, auch im Tourismus nicht. Im Gespräch bei Michael Carl ist Hubertus Wichmann, Destinationsentwickler und Tourismus-Praktiker. Er sagt: Nachhaltigkeit ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn – für Gäste, für Hoteliers, für touristische Orte. Mit Michael Carl hat er darüber gesprochen, wie der Weg zu mehr Nachhaltigkeit ganz praktisch aussieht.

Die erste Erfahrung: Nachhaltigkeit ist kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Lernprozess. Hubertus erlebt immer wieder, dass gerade die Gäste es schätzen, wenn Hotels ihre Lernprozesse transparent machen, konkrete Schritte zu mehr Nachhaltigkeit einfach im Echtbetrieb testen und lernen. Das genaue Gegenstück zu einer allzu glatten Perfektion oder einer allzu harten Prozessoptimierung. Außerdem sind gerade die Gäste eine Quelle für neue Ideen, die sich gerne in kreative Prozesse einbeziehen lassen. 

Der zweite Schritt: Einfach machen. Hubertus beschreibt, wie Kreislaufwirtschaft ganz konkret wird. Nachhaltigen Kaffee beziehen und selber mahlen; das Kaffeemehl dient anschließend als Nährboden für die hauseigene Pilzzucht, bevor es im dritten Schritt als Dünger im Garten ausgebracht wird. Mit Brauchwasseranlagen hat er den Wasserverbrauch in einer Anlage von 120 Liter auf elf Liter pro Kopf und Tag gesenkt. Die Nachhaltigkeit beginnt schon im Bau, bei der Auswahl der Materialien und der Bauweise. 

Für Hubertus ist der nächste Schritt der entscheidende: Nachhaltiger Tourismus führt nicht zu isolierten Hotelprojekten an irgendwelchen Orten. Wirklich nachhaltiger Tourismus bezieht auch das gesamte soziale Umfeld der Destination mit ein. Was sind die Bedürfnisse, was die Stärken einer Kommune? Was sind die Ergebnisse von Bürgerworkshops vor Ort? Natürlich, viele Kommunen wollen vom Tourismus leben. Die zentrale Frage dabei aber ist: Wie? 

Nachhaltiger Tourismus sieht entsprechend an jedem Ort anders aus. Beteiligungsprozesse können immer wieder auch dazu führen dass sich ein Projekt an einem Ort nicht realisieren lässt. Eine freundliche Umschreibung für die Perspektive, dass die großen standardisierten touristischen Zentren in den kommenden Jahren massive Schwierigkeiten bekommen werden. 

Kann das schiefgehen? Ja, sagt Hubertus. Wenn wir den ersten Schritt nicht gehen. Letztlich handelt es sich bei der Nachhaltigkeit im Tourismus um eine Frage des Mindsets. Der entscheidende Schritt ist nicht der abschließende, große, sondern der erste, kleine. So geht Nachhaltigkeit. 

Zu Gast in dieser Woche:

Hubertus Wichmann, Destinationsentwickler, Hotelbetreiber, Koch. www.bionaturresort.com

Post Author: Michael Carl