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Gehen wir schaffen. Ein etwas altmodischer Begriff erweist sich als hoch zukunftsfähig. Unser Bild von Arbeit wird sich bald und schnell gründlich ändern.

Der unterschätzte Treiber dieser Entwicklung: Die Demografie. Sagt Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, bei Michael Carl. Schaffen wir den Wandel? Auf jeden Fall! Wir müssen es nur gestalten.

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Diese Woche in der Zukunft: 

Eins vorweg: Hier sprechen zwei Optimisten miteinander über Arbeit. Vor uns liegt erheblicher Gestaltungsspielraum. Die Arbeitswelt wird sich grundlegend verändern, vorrangig getrieben von demografischen Faktoren. Dahinter scheint ein neues Bild von sinnvoller Arbeit auf, bei der wir etwas schaffen. So sagt es Getrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, im Gespräch mit Michael Carl. 

Aus Gertruds Sicht ist die Demografie ein dramatisch unterschätzter Faktor. Oder hat hier irgendjemand Debatten über die Rente im jüngsten Bundestagswahlkampf wahrgenommen? Gertrud sieht deutlichen Handlungsbedarf: Wir müssen jetzt anfangen, einen neuen Generationenvertrag zu entwerfen. Ein paar Justierungen an den üblichen Stellschrauben (etwas weniger Rente, etwas höherer Beitrag, etwas länger arbeiten) wird es nicht mehr tun. 

Gertrud sagt: Es ist Zeit für vermeintlich unangenehme Wahrheiten: Natürlich werden wir alle länger arbeiten. Natürlich wird niemand mit 65+ als Dachdecker auf dem First oder als Bergmann unter Tage arbeiten. Also werden wir lernen, mehrere, ganz unterschiedliche Berufe im Laufe unseres Lebens auszuüben. 

Die Konsequenzen werden wir auf allen Ebenen der Arbeitswelt spüren: Wer sich heute schon schwertut, neue Mitarbeiter:innen zu finden – es wird nicht leichter werden. Was eigentlich bringt die 28jährige Ausbilderin dem nächsten Azubi bei – der mit 50 anfängt? Und, ganz schlicht: Es gibt Berufe, die einfach keiner machen will. Dafür wird dann auch schlicht niemand bereitstehen. Wir unterschätzen immer noch, zu welchen Umwälzungen das zwischen Unternehmen und Mitarbeiter:innen führen wird. Wer gibt hier eigentlich Arbeit und wer nimmt sie? Unsere üblichen Begriffe wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer:in suggerieren immer noch, das Unternehmen wäre in der mächtigeren Position …

Eine Konsequenz: Die Wertigkeit vieler Berufe wird sich verändern. Pflege ist nur das augenfälligste Beispiel. Handwerk insgesamt wird wertvoller – und damit erheblich teurer. Wir werden lernen, das gut zu finden. Automatisierung wird hier zusätzlich helfen. Und: Fachkräfte werden beginnen, die Unternehmen, für die sie künftig tätig sein wollen, selbst zu casten. 

Zu Gast in dieser Woche:

Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen

Post Author: Michael Carl