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Innovation ist fast wie Zukunft. Jeder will sie, jede findet sie im Prinzip gut und erstrebenswert. Nur wenn der Weg dahin auf einmal anders verläuft als gewohnt, wird es schwierig. Was sind die Stellschrauben für gelungene Innovation?

an den Innovationschef von Toyotas Elektroniksparte Georg Zembacher. Vorgeschmack gefällig? Automatisierung. Mittlere Führungsebene raus. Freiraum für intrinsische Motivation. Und spielen, spielen, spielen. 

Wer will (aber nur, wer wirklich will): Podcast an! 

Hört die komplette Folge 47 hier:

Lasst euch inspirieren und viel Spaß beim Anhören!

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Schafft echte Innovation mehr unternehmerische Sicherheit? Sicher ja. Warum fördern wir sie in Zeiten der Krise nicht umso mehr Klick um zu Tweeten

Diese Woche in der Zukunft: 

Auf den Spuren des Neuen. Wie entsteht Innovation? Und genauer: Was fördert Innovation, was können Organisationen tun, um Produkte und Prozesse immer wieder zu hinterfragen und zu erneuern, wie machen wir Neues möglich? Das Ganze bitte jenseits der pauschalen Aufforderung des mittleren Managements: Jetzt seid doch mal kreativ und denkt außerhalb eurer Box! Am besten sofort! Aber doch keine unangenehmen Botschaften! Das geht ja nun wirklich nicht, das können wir so nicht weitergeben … 

Im Gespräch mit Michael Carl ist Georg Zembacher. Er ist Innovationschef bei Toyota Tsusho Nexty Electronics. In der großen Toyota-Welt sind das nicht die Autobauer, sondern diejenigen, die Elektronik entwickeln und Chips am liebsten in alles einsetzen möchten, was sich irgendwie vernetzen lässt, ob nun belebte oder unbelebte Natur. Er sagt: Allein die Veränderungen der Arbeit, die wir in der Pandemie erlebt haben, weisen uns den Weg zu mehr Innovation. Menschen brauchen in der Arbeit nicht Kontrolle, sondern Freiraum. Wer aufhört, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig zu treiben, wird feststellen: Die haben ja eine intrinsische Motivation! Erstaunlich! Möglicherweise nicht für das, was die Arbeitswelt bislang von ihnen verlangt – aber dann liegt das Problem womöglich auf Seiten der Arbeit und nicht auf Seiten des Teams. 

Georg Zembacher setzt unter anderem auf Automatisierung. Kurzer Check: Wieviel Zeit verbringt Ihr oder die Kolleg:innen um euch herum damit, Daten per Hand aus einer Tabelle in eine andere zu übertragen? Für solche Arbeit muss man seine Leute wahrscheinlich in der Tat kontrollieren und antreiben. Wie Georg sagt: „So viel Kaffee gibt es auf der Welt nicht!“

Praktische Frage: Wenn eine Organisation Raum schafft für kreative und menschliche Tätigkeiten, wenn sie unnötig repetetive Arbeit komplett automatisiert, wenn sie Raum für spielerische Ansätze nicht nur schafft, sondern auch darauf besteht, dass diese so auch genutzt werden, wenn somit insgesamt keine Antreiber und Kontrolleure mehr notwendig sind – wofür braucht es dann noch ein mittleres Management? Was macht die mittlere Führungsebene, all die Teamleitungen und Abteilungsleitungen? Gute Frage. Nichts mehr. Nächste Frage. 

Für Georg Zembacher gehören auch diese Erfahrungen zu den Erkenntnissen der Pandemie. Es braucht keine Erprobungsräume mehr, wir haben bereits erfolgreich erprobt, dass selbst gesteuerte, intrinsisch motivierte und eigenständig verantwortete Arbeitswelten funktionieren – und sogar besser funktionieren. 

Die immer wieder überraschende Konsequenz: Nicht mehr Kontrolle und engere Führung schaffen mehr Sicherheit in der Organisation, sondern genau im Gegenteil: Freiraum für kreative Prozesse, für selbstgesteuerte Innovation, für Spiel erhöht die Sicherheit des Systems Unternehmen. Unsicherheit schafft Sicherheit gegenüber grundlegenden Veränderungen, ob durch Technologie oder den Markt getrieben. Insofern ist Innovation auch ein wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit einer Organisation. 

Der Gast in dieser Woche:

Georg Zembacher

Post Author: Michael Carl