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Der Sex der Zukunft: Die Schere geht auseinander zwischen Hochleistungsansprüchen und Achtsamkeit, zwischen denen, die den eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen, und denen, die sich nicht trauen, zwischen Sprachlosigkeit und Mut.

Die Paar- und Sexualberater:innen Theresa Langlotz und Oliver Wolf prognostizieren mehr Vielfalt und Toleranz beim Sex der Zukunft, allein weil wir heute anders mit Kindern über Sexualität sprechen. Noch völlig unerforscht sind die Bedürfnisse der sehr Alten – warum eigentlich? Und: Wen das smarte Kondom schlaff zurücklassen kann.

Hört die komplette Folge 35 hier:

Lasst euch inspirieren und viel Spaß beim Anhören!

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Diese Woche in der Zukunft:

Ein Special über die Sexualität der Zukunft mit den Leipziger Paar- und Sexualberater:innen Theresa Langlotz und Oliver Wolf. Was wird die Sexualität der Zukunft prägen? Wolf und Langlotz zeichnen ein positives Bild von Toleranz und Vielfalt, erwarten deutlich mehr Respekt gegenüber unterschiedlichsten Formen der Sexualität und ebenso gegenüber den eigenen Bedürfnissen. Ihr Argument: Wir sprechen heute deutlich anders über Sex mit Kindern, zuhause, in der Kita und in der Schule – und es geht um deutlich mehr als nur die technische Funktionsweise: Wie entsteht ein Kind und wie benutze ich ein Kondom? Sind diese Kinder einmal erwachsen, haben wir ein Fundament für mehr Respekt.

Das Bild der Sexualität wird immer individueller, die eigene Familie, die Herkunft aus Stadt oder Land, die eigenen Erfahrungen, die Werte – am Ende ist Sexualität immer individuell und wandelt sich darüber hinaus im Laufe des Lebens.

Oliver Wolf und Theresa Langlotz berichten von einem wachsenden Leistungsdruck, unter dem Menschen sexuell leiden – oder in ihrem Leben leiden und sich dann wundern, warum sie sexuell nicht zu der Performance fähig sind, die sie von sich erwarten. Das reicht von dem Wunsch nach mechanischen Lösungen bis hin zu eigentlich intakten Beziehungen, die in der Beratung beendet werden in der Annahme: Da muss doch noch etwas Besseres kommen.

Aus dieser Erfahrung beurteilen sie die wachsenden digitalen Möglichkeiten ambivalent. Was immer unterstützt, die eigene Sexualität zu finden, hilft – aber das smarte Kondom, das letztlich nur die Frequenz der Stöße zählen kann, unterstützt eher den Leistungsdruck. Was den einen heiß macht, lässt den anderen unter Druck und schlaff zurück.

Eine große Unbekannte ist der Sex der Alten – und das, obwohl wir immer älter werden und sich die Bedürfnisse nach Sex zwar im Laufe des Lebens verändern, aber bis zum Tod bestehen. Theresa Langlotz und Oliver Wolf vermissen hier noch Forschungsarbeit und praktische Handhabung für Beratung und Bildung.

Der praktische Tipp für die eigene sexuelle Zukunft: Reden. So einfach.

Die Gäste dieser Woche:

Theresa Langlotz, Paar- und Sexualtherapeutin, calaidoskop, Leipzig

Oliver Wolf, Paar- und Sexualtherapeut, calaidoskop, Leipzig

Post Author: Michael Carl