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Deutschland schneidet bei der Attraktivität für internationale Fachkräfte regelmäßig so gut ab wie beim Eurovision Song Contest. Sagt Chris Pyak, der als Karriere-Coach und Buchautor mit etlichen tausend Fachkräften gesprochen hat. Wir haben jahrzehntelang die Hände in den Schoß gelegt und uns einem Traumbild hingegeben. Die Härte und die Unmittelbarkeit, mit der das Problem zuschlagen wird, ist in der öffentlichen Debatte noch überhaupt nicht angekommen. Und das Problem ist: Uns fehlen Menschen. 

Eine Gesellschaft, die Migration wertschätzt und in ihre DNA aufgenommen hat, ist produktiver, ist fairer, ist wohlhabender. Chris argumentiert: Bis Ende 2025 gehen in Deutschland mehr als 2,1 Mio Menschen mehr in den Ruhestand als von unten nachwachsen. Wir müssen die Lücke schließen, um den Status Quo zu wahren. Und: Wir müssen zusätzliche Kräfte entwickeln, um die zahlreichen Neu-Rentner zu versorgen. Dafür brauchen wir Geld, Ressourcen und Hände. Entweder wir lösen dieses Problem oder wir liegen eines Tages im Altenheim, klingeln – und niemand kommt, weil die Pflegefachkraft abgeschoben wurde und der Softwareentwickler, der das hätte finanzieren können, lieber nach Frankreich oder nach Singapur gegangen ist.

Zum Glück informieren sich internationale Fachkräfte nicht den ganzen Tag über Deutschland und bekommen nicht jede der ritualisierten Debatten mit, in denen öffentlich mit rassistischen Stereotypen gespielt wird. Aber eines haben alle verstanden: Dass man besser nicht in den Osten geht, weil dort eine Gesellschaft existiert, die Rassismus toleriert, wo Menschen dunkler Hautfarbe nicht sicher sind. Die Ostdeutschen zahlen heute dafür schon einen hohen Preis. 

Chris argumentiert: Wenn ich schlecht über Ausländer spreche, dann erniedrige ich doch nicht die anderen, sondern vor allem mich selber. Wir führen immer noch dieselben Diskussionen wie vor 20, 30, 40 Jahren. Diese Debatten offenbaren vor allem, wie schlecht die Politik von den Menschen denkt. Offensichtlich nimmt sie ja an, mit den entsprechenden Reizworten Wähler:innen fangen zu können. Chris vertritt die These: Die meisten Menschen sind nicht so schlecht, wie es den Anschein hat. Sie vergessen nur manchmal, was sie wirklich als Wertefundament haben. Insofern könnte es helfen, nicht jeder Aufgeregtheit zu folgen. 

Zum Schluss die Frage: Schaffen wir den Turnaround in Deutschland? Chris sagt: Wir sind gerade nach Spanien ausgewandert. Auch eine Antwort. 

Diese Woche zu Gast in der Zukunft:

Chris Pyak, Karriere-Coach für internationale Fachkräfte und Autor des Buch „How to win jobs and influence Germans@chris_pyak

Post Author: Michael Carl

3 Replies to “Folge 138: Chris Pyak – Deutschland fehlt der Immigrant Spirit”

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