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Egal wie man zum Krieg steht, man sollte nie davon ausgehen, dass er nicht stattfinden wird. Klick um zu Tweeten

Diese Woche in der Zukunft: 

Ein Podcast mit allem, das wir über den Krieg wissen müssen. Na gut: Mit vielem. Grundlagen, nachdem weite Teile der Gesellschaft (Michael zählt sich hier ausdrücklich dazu) über die Jahre des heimischen Friedens verlernt haben, den Krieg als reales Mittel der Politik zu betrachten. Und die offene Frage nach dem Danach in der Ukraine: Was geschieht, wenn irgendwann im kommenden Jahr alle Granaten abgefeuert, alle Patronen verschossen und alle Budgets aufgebraucht sind? Ein Gespräch über das Phänomen Krieg im Generellen und über Russland im Speziellen mit Carlo Masala, Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr in München. Irgendjemand hat angefangen, ihn als „Militärexperten“ zu bezeichnen. Das ist haften geblieben. Jedenfalls einer klügsten Köpfe zum Thema. 

Krieg ist rational. Nicht auf dem Schlachtfeld, aber die Tatsache des Krieges an sich. Eine beteiligte Seite hat seine Sicherheit neu kalkuliert und ist zu dem Ergebnis gelangt: So irrsinnig teuer ein Krieg auch sein mag, mit Verlusten an Menschen und auch schlicht an Geld, hier lohnt er sich unter dem Strich. 

Krieg ist normal. Nicht in dem Sinne, dass wir Morden, Vergewaltigen und Brandschatzen akzeptieren müssten. Wohl aber normal in der Beziehung zwischen Staaten. Bei zwischenmenschlichen Beziehungen gehen wir zunächst vom positiven Fall aus; Streit und gar Kampf sind die Ausnahme von einer wohlmeinenden Normalität. Zwischenstaatliche Beziehungen funktionieren genau andersherum: Alle Seiten unterstellen sich stets das schlechtest mögliche. Das erklärt nebenbei die Komplexität internationaler Verträge, die nicht nur den Gebrauch regeln, sondern auch den Missbrauch ausschließen wollen. Krieg ist ein Dilemma; es kann minimiert, aber niemals ganz aufgelöst werden. In diesem Sinne ist Krieg immer eine reale Option zwischen Staaten – und Frieden die Ausnahme. 

Carlo spricht in diesem Kontext von Zyklen von Krieg und Frieden. Hat Krieg also eine Zukunft? Sicher ja. Wird er auch Teil unserer Zukunft sein? Wohl auch sicher ja. Wobei Michael und Carlo ausführlich diskutieren, ob der Krieg a) konventionell oder b) nuklear wieder nach Mitteleuropa kommen kann. Carlos Einschätzung: a) Nein und b) sehr unwahrscheinlich. 

Carlo schätzt, dass der russische Krieg in der Ukraine noch bis in den kommenden Sommer hinein dauern wird. Ausgang offen, bei aller Initiative, die die Ukrainer derzeit haben. Aber was kommt dann? Das tatsächlich Beunruhigende ist: Diese Zukunftsfrage muss derzeit offen bleiben. Es existiert kein belastbares Bild zur Zukunft nach diesem Krieg. 

Was hat Russland im konkreten dazu geführt, seine Rechnung neu aufzumachen und Krieg in die Ukraine zu tragen. Carlo analysiert: Putin ist fast eine Ausnahme, weil er so genau ankündigt, was er zu tun gedenkt. Seit Jahren legt er dar, dass er die staatliche Existenz der Ukraine für einen Irrtum der Geschichte und einen Fehler seiner Amtsvorgänger hält. Seine rationale Rechnung wird daher auch erst zu einem anderen Ergebnis führen, wenn er diesen vermeintlichen Irrtum korrigiert hat oder der Preis für seinen Krieg so in die Höhe schnellt, dass er zu einem umgekehrten Ergebnis kommt. 

Zu Gast:

Carlo Masala, Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München

Twitter: @CarloMasala1   

Post Author: Michael Carl