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Diese Woche in der Zukunft: 

Ein zorniger Mann im Gespräch. Jörg Alt ist Priester, Sozialwissenschaftler und seit vielen Jahr Aktivist für eine bessere, für eine gerechtere Welt. Sein jüngstes Buch heißt „Widerstand! Gegen eine Wirtschaft, die tötet“. Und nach Jahrzehnten des gelehrten Lebens, klebt er sich inzwischen mit dem „Aufstand der letzten Generation“ in Nürnberg an die Straße. 

Warum ist jemand bereit ins Gefängnis zu gehen? Jörg ist erfrischend klar: Den Weg über Argumente, kluge Bücher und gewichtige Diskussionen hat er ausführlich beschritten, ohne relevantes Ergebnis. Obendrein musste er sich aktuell belehren lassen, welche Wirkung Kipppunkte haben und wie wenig Zeit wir wirklich haben, die schlimmsten Folgen der Klimakrise abzumildern. 

Dann also kleben und mit den Polizisten diskutieren, denen der Einsatz gegen einen gestandenen Priester offensichtlich auch unangenehm war. Der Staatsanwaltschaft erging es offenbar ähnlich. Nachdem Jörgs Verfahren – im Unterschied zu den Verfahren gegen die anderen Aktivisten – vorzeitig eingestellt werden sollte, hat er genau gegen diese Einstellung geklagt. Gleiches Unrecht für alle. Radikal, auch da ist Jörg klar, sind diejenigen, die Öl in das „Weiter so“ gießen. 

Wir stehen uns offenbar selbst im Weg. Wir haben alle Mittel und Wege, um die Klimakatastrophe zu verhindern, doch wir tun es nicht. Es gibt Länder in Europa, die ein „Essen retten“-Gesetz haben und so die Lebensmittelverschwendung reduziert haben. Wir nicht. Wir könnten das 9-Euro Ticket problemlos weiterlaufen lassen. Wir könnten eine Milliarde Liter Sprit durch das Tempolimit einsparen. Einfache Schritte, die getan werden könnten, wenn nicht eine der Regierungsparteien dem permanent im Weg stehen würde. Warum können wir den Wandel nicht als positiv erkennen und gestalten? Wir warten, bis die Klimakrise da ist, um sie erst dann zu bekämpfen. Doch dann …

Anfang Oktober eröffnet der Jesuitenorden ein Zentrum in Nürnberg namens Ukama. Hier sollen genau diese Debatten einen Ort finden, die es braucht, damit wir den Wandel gestalten. Damit wir die schlichte Frage ins Zentrum rücken: Was macht für uns ein gutes Leben aus? SUV und Schottergarten – oder doch eher Gesundheit, Familie, Glück? Von dort aus will er der professionellen Kommunikation radikalen Bewahrer in Politik und Konzernen etwas entgegensetzen. 

Zu Gast in dieser Woche:

Jörg Alt, Priester, Sozialethiker, Sozialwissenschaftler, Aktivist, Jesuit. Sein jüngstes Buch heisst „Widerstand! Gegen eine Wirtschaft, die tötet“.      

Twitter: @JoergAltSJ

Das neue Zentrum: Ukama: Zentrum für Sozial-Ökologische Transformation. Am 1. Und 2. Oktober 2022 findet der Eröffnungskongress statt.

Post Author: Michael Carl

One Reply to “Folge 122: Jörg Alt – Die Kunst des Widerstands”

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